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...und nicht Blumentopf sein Blog!

Die Shopping-Tortour (nach einer wahren Begebenheit)

...aus der Reihe: "Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst!"

Starring: phyter21 und Stefanie

Prolog

Es fängt alles damit an, dass ich mir irgendwann im Laufe der letzten Wochen denke, dass ich eigentlich gut mal wieder ein paar Klamotten gebrauchen könnte. Da ich jedoch einkaufen hasse, bleibt dies vorerst nur ein Gedanke.
Bis ich dann mit Stefanie darüber rede und sie mir anbietet, mir bei der Klamottenwahl mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dankend nehme ich das Angebot vor einer Woche an. Zunächst kommt uns als Ort des Geschehens Köln in den Sinn - das ist nicht weit weg, hat gute Shoppingmöglichkeiten und würde alles in allem auch nicht zuviel Stress machen. Super!
Aber ich habe andere Gedanken. Ich erinnere mich daran, mit Freunden mal im "Designer Outlet" in Roermond, Niederlande gewesen zu sein und denke dabei natürlich auch an das, was dort in Shops verkauft wird. Das würde sich doch viel eher anbieten, nicht? Da kann man dann gleich das unangenehme mit dem nützlichen verrbinden... oder so. Sogleich unterrichte ich Stefanie von meinem Vorhaben und erzähle ihr vom Designer Outlet. Stefanie scheint begeistert zu sein und willigt freudig ein. Mehr oder weniger scherzhaft schlage ich dann vor, doch gleich am selben Wochenende den Worten Taten folgen zu lassen und die Reise aufzunehmen - dieses haben wir dann jedoch aufgrund anderweitiger Termine und zu kurzer Planungszeit wieder fallen gelassen und die Odyssee auf eine Woche später verschoben - genauer gesagt auf den 16. Januar 2010 - heute bzw. gestern.

Ich plante, was für mich relativ untypisch ist, das Ganze sehr genau durch, recherchierte Verbindungen und Abfahrtszeiten und stellte daraus letztendlich einen Plan zusammen, bei dem ich mir selbst auf die Schulter klopfen musste. Sowas hatte ich noch nie bewerkstelligt - Eventualfälle mit einbezogen, Alternativverbindungen für den Rückweg und das ganze Pipapo. So war ich am Freitag, den 15. Januar sehr guter Dinge, dass auch alles so klappen müsste, wie ich mir das vorstellte - doch das ungeahnte Erwachen folgte tags darauf.

Tagesanbruch

Ich stehe nach einer Nacht mit sehr wenig und nur schlechtem Schlaf um ca. halb 9 auf. Dennoch bin ich gut gelaunt, angesichts der Tatsache, endlich mal wieder etwas richtiges zu unternehmen und mal wieder unterwegs zu sein - welch ein Farbenspiel in meinem tristen Alltag, den ich meist zu Hause verbringe.
Per SMS erkundige ich mich bei Stefanie, ob sie denn auch wach ist und bekomme auch eine prompte Antwort.
Super!, denke ich und nach einer 15minütigen Meditation gehe ich guter Dinge ins Bad, um mich zu duschen, zu rasieren und mir die Haare zu machen. Zum Essen reicht die Zeit dann leider doch nicht mehr, ich muss los.
Stefanie steigt in den gleichen Bus ein, ich freue mich, dass sie es geschafft hat, obwohl es wohl recht knapp war, wie ich dann erfahre. Naja, egal.
Angekommen am Euskirchener Bahnhof stehen wir an der Haltestelle der Nummer 298. wir sehen einen Bus mit der Aufschrift "Leerfahrt" und philosophieren darüber, warum da eigentlich nie jemand ausser den Busfahrern selber hinfährt - das Gleiche mit "Betriebsfahrt". Wir kommen zu dem Schluss, dass es in Leer- sowie Betriebsfahrt Busfahrerwohnheime geben muss, in denen alle Busfaher wohnen.
Nun ja, wir steigen in den Bus, der sich mittlerweile doch dazu entschieden hat, nach Düren zu fahren. Ich hole mir das "Euregio-Ticket" beim Busfahrer, welche unsere Eintrittskarte ins Busfahrparadies sein soll, denn damit kann man im ganzen Euregio-Gebiet einen ganzen Tag lang umsonst fahren. Toll! Und das gilt Samstags sogar für 2 Personen und kostet nur 15 €. Ich fühle einen unbändigen Stolz, dieses Ticket zu besitzen. Der Bus fährt um 6 Minuten nach 10 los.
Nun sitzen wir im Bus und sind erstmal knapp anderthalb Stunden anch Düren unterwegs, unterhalten uns über das Vorhaben, Stefanie fragt mich über Klamottengrößen und -vorlieben aus, telefoniert zwischendurch mit einer Freundin und hört mit mir Musik - eine ganz normale Busfahrt also. Zwischendurch fragt mich Stefanie, wie lang die Hinfahrt in etwa dauern wird - ich antworte salopp: "Och, so 6-7 Stunden musste schon einplanen!" Das war in jenem Moment als Scherz gedacht, eigentlich waren es knapp 4 Stunden, bis wir in Roermond eintrudeln würden.

Der erste Schock

Um 11:31 kommen wir in Düren an. Klappt ja ganz gut mit meinem Plan, denke ich bei mir. Nach kurzem Fragen nach dem Aufenthaltsort der Bahngleise gehen wir zu Gleis 6, von dem aus wir die S-Bahn Richtung Heerlen nehmen wollen, um dann von dort aus mit dem Zug nach Roermond zu gelangen. Doch soweit kommt es nicht.
Gerade wollen wir die Treppe zum Gleis heraufklettern, als uns ein sympathischer Mann entgegenkommt und uns in einem kurzen Smalltalk mitteilt, dass die S-Bahnen heute nicht fahren. Stefanie und ich schauen uns an - wir denken so ziemlich das Gleiche.
Etwas ratlos und hungrig entschliessen wir uns, erstmal in dem Zeitungsladen am Bahnhof anch Auskunft zu fragen und bekommen gesagt, dass Taxen für den Pendelverkehr zwischen Aachen und Düren bereitgestellt wurden. Gut, denken wir uns, schauen an dem Platz, an dem die Taxen stehen, finden aber keines mit der Aufschrift "Schumacher", welches das einzige Unternehmen ist, das diesen kostenlosen Service anbietet.
Wir gehen erst einmal frühstücken und amüsieren und über den kecken, asiatischen Thekenmann im Essenscenter der DB. Ich denke über das weitere Vorgehen nach und werde dabei recht müde - die unerholsame Nacht zuvor macht sich bemerkbar.
Nachdem ich meinen chilligen, guten Kakao zuende geschlürft habe und wir nun zumindest schon einmal gestärkt sind, schlage ich vor, uns erstmal im DB-Reisecenter nach dem besten Weg nach Heerlen bzw. aachen zu erkundigen. Wir kommen heraus, dass auch Busse nach Aachen pendeln, gehen sogleich raus auf den Platz, von dem aus die Taxen und auch die Pendelbusse fahern und haben nach wenigen Minuten Glück - der Bus nach Aachen steht da und wir ergreifen unsere Chance.

Der Hammer

Nach bzw. während der etwa 1-stündigen Fahrt nach Aachen denke ich darüber nach, wie wir wohl am besten nach Heerlen kommen, denke mir aber auch sogleich, dass wir es wohl am ehesten im Bahnhof erfahen würden - mein Zeitplan, den ich mir zurechtgelegt hatte, war durch den Schock in Düren ja eh schon durcheinandergekommen. Also einfach schauen, wann ein Zug oder Bus nach Heerlen kommen würde und diesen dann nehmen - das ist der Plan.
Einmal mehr wird dieser durcheinandergeworfen, als ich voller Zuversicht und Erwartungsfreude auf die große Anzeigetafel im Aachener Hauptbahnhof blicke, meine Augen jedoch nur einige sehr große Buchstaben zu erfassen vermögn - sinngemäß sagen sie folgendes: "ES FAHREN NIE WIEDER ZÜGE VON HIER, HAUT AB!!!"
Nun ja, so kommt es mir vor. Es steht tatsächlich irgendwas von Problemen im Stellwerk auf der Tafel, aufgrund dessen im gegenwärtigen Zeitraum wirklich kein einziger Zug mehr vom Aachener Hauptbahnhof fährt. Stefanie und ich schauen uns einmal mehr an - es ist unfassbar.
Wieder einmal müssen wir im Reisecenter nach Auskunft fragen. Man teilt uns nach etwa viertelstündigem Warten in der Schlange mit, dass niemand weiss, wann wieder Züge fahren und dass wir unser Vorhaben, nach Heerlen bzw. Roermond zu fahren, wohl besser einstellen sollten.
Enttäuscht setzen wir uns erstmal hin - in diesem Moment denke ich ernsthaft darüber nach, einfach wieder nach Hause zu fahren, sage das jedoch nicht. Stefanie macht den Vorschlag, in einem Aachener Einkaufszentrum (von dem mit gerade der Name entfallen ist) shoppen zu gehen, aber ich kann mich nicht ganz mit dieser Idee anfreunden.
Wieder draussen schweift mein Blick noch einmal auf die Anzeigetafel. Ich denke mir: Hääääää?
Beim genaueren Hinsehen bemerke ich, dass wohl anscheinend doch wieder Züge fahren und, oh Wunder, sogar nach Heerlen! Während Stefanie sich fragt, ob diese Berater uns eigentlich verarschen sollen, freue ich mch darüber und entschliesse mich, entgegen des Rates der Beratertante, doch nach Heerlen zu fahren. Stefanie kommt mit.

Endlich da!

Die Zugfahrt wird von uns beiden genutzt, um ein wenig Augenpflege zu betreiben und nach einer halben bis 3/4stunde kommen wir in Heerlen an.
Nun sind wir in einem völlig fremden Land mit eigenartigen Bräuchen, Riten und vor allem einer seltsam anmutenden Sprache. Ich schaue auf den Fahrplan, auf dem lauter seltsame Schriftzeichen und Hieroglyphen eingraviert sind, kann diese jedoch nach kurzer Zeit als Uhrzeiten und Städtenamen entziffern. Nach einem Abgleich mit meinem aufgestellten Plan, den ich an diesem Tag gefühlte 346 Mal aus der Jackentasche ziehe, weiss ich, welchen Zug wir nehmen müssen, um nach Roermond zu gelangen. In diesen steigen wir ein und fahren los.
Wir sind mittlerweile natürlich wieder guter Dinge, doch noch einigermaßen genug Zeit zu haben, um in Roermond wenigstens noch etwas shoppen zu gehen und späßeln im Zug herum. Nsach einigen Minuten, vllt. 20, kommen wir in Sittard an, aber denken natürlich nicht im Geringsten daran, auszusteigen - wir wollen ja nach Roermond. Eine Frau, die im selben Abteil sitzt, macht uns auf holländisch darauf aufmerksam, dass Sittard die letzte Station dieses Zuges ist.
Wieder schauen wir uns an - ich beschliesse, die Fassung zu bewahren und erst einmal auszusteigen. Nach kurzem, sinnlosen Blick auf den Fahrplan schaue ich auf die Anzeigetafel des Gleises, das am selben Bahnstieg liegt und sehe den Namen "Roermond" darauf. Ja!, denke ich und eile zum Zug, der bereits am Gleis steht. Ich frage einen älteren Herren auf englisch, ob der Zug nach Roermond geht - er blickt etwas verständnislos drein, beim Wort "Roermond" jedoch nickt er hastig und stimmt mit einem "Roermond, ja, ja" zu. Und so steigen wir in den doppelstöckigen Intercity ein.
Wärhend der Fahrt fragen wir uns, ob wir damit überhaupt fahren dürfen - wir wissen es nicht und mir ist es egal, ich möchte nach Roermond, egal wie. Hoffentlich kommt kein Kontrolleur, die Fahrt dauert in etwa eine halbe Stunde. Wir beraten darüber, wie wir uns verhalten, um beim Auftreten einen Kontrollberts keine Strafe zahlen zu müssen, als er auch schon durch die Tür kommt.
Ich zeige ihm stolz mein Euregio-Ticket und denke mir: Wenn er das sieht, ist er sowieso baff! Aber Pustekuchen - er nimmt es und fragt mich auf holländisch, ob das alles sei. Ich antworte etwas verhalten: "Öhm...ja!" und denke mir schon, dass er uns jetzt eine Predigt über die Benutzbarkeit der Züge in Verbindung mit bestimmten Tickets halten möchte, aber als er anfängt zu reden, verstehe ich nicht viel. Ich bekomme jedoch mit, dass es nich der Zug ist, der unser Euregio-Ticket ungültig macht, sondern die Tatsache, dass Sittard die letzte Station in besagtem Gebiet ist und Roermond bereits ausserhalb des Euregio-Gebiets liegt. Ich mache ihm klar, dass ich durchschweißtreibende Arbeit im Internet herausgefunden habe, dass Roermond zur Euregio gehört, oder, naja, dies zumindest so gelesen habe (was auch wirklich so auf der Wikipedia-Seite steht). Der junge, sympathische Mann drückt ein Auge zu, empfiehlt mir, auf dem Rückweg von Roermond ein Ticket zu kaufen und geht weiter. Puuuhhh!

Wenige Minuten später haben wir es tatsächlich geschafft und sind am Ort der "Final Destination" angekommen - Roermond. Geil! Ich entdecke eine Pommesbude mit dem lustigen Namen "Fritjes-Bushalte" und entscheide mich, mir erstmal 'ne Pommes spezial zu holen. Das haben wir uns verdient!

[Anmerkung: das bis hierher Verfasste wurde noch in der gleichen Nacht niedergeschrieben, danach war ich einfach zu müde. Jetzt, um 16 Uhr am 17. Januar 2010, folgt der Rest.]

In Roermond

Nun sind wir also endlich da, wo wir hinwollten, mit 2 Stunden Verspätung, denn es ist knapp 16 Uhr. In der "Fritjes Bushalte" habe ich mit ein Prospekt über die Shopping-Möglichkeiten in Roermond mitgenommen, schenke diesen jedoch keine Beachtung, als ich sehe, dass auch eine Karte von Roermond darin enthalten ist. Doch auch diese finde ich bereits nach kurzer Zeit uninteressant und beschliesse, mit einem bestimmten "Wir gehen jetzt mal da lang" die Tour endlich zu beginnen.
Gesagt, getan - mit den Pommes spezial in der Hand und voller Zuversicht marschieren wir die Bahnhofsstraße herunter - spontan kommt mir in den Sinn, wo ich ausser dem Designer Outlet noch hinwollte. Ich bleibe an der Kreuzung stehen und überlege, wo das besagte Geschäft noch mal war... ich habe die Intuition, nach links zu gehen, gehe aber nach rechts in die Einkaufsstraße.
Zwischendurch wechseln die Pommes spezial den Träger, denn ich habe keinen Hunger mehr. Nachdem Stefanie in einem Parfum-Laden das Parfum ihres Lebens findet, beschliesse ich, mich an die Hauptstraße zu halten, denn von dort aus würde ich den Weg zum wohlriechenden Shop am ehesten finden. Und so kommt es dann auch - ich kaufe, was ich möchte und lasse es sogleich in der Innentasche der Jacke verschwinden.
Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass wir zum Klamotten kaufen jetzt noch eine knappe Stunde haben - passt schon, denke ich und wir bewegen uns in Richtung Outlet Center.
Zunächst einmal laufen wir an dem Tunnel, der unter der stark befahrernen Hauptstraße her führt, vorbei und wundern uns, warum man nirgendwo über die Straße kann. Wir benutzen dann doch den Tunnel.
Ich habe eigentlich gar keine große Lust mehr einzukaufen, aber denke mir, dass es soweiso nur nnoch eine Stunde ist. Das wird schon klargehen.
Um 5 vor 6 machen wir uns auf den Rückweg und verlassen das Outlet Center - im Gepäck habe ich ein T-Shirt, ein Sweatshirt, eine dünne Stoffjacke und eine schöne Hose - alles dank Stefanie. Ich selber war in jenem Moment zu faul, um eine Klamotte von der anderen unterscheiden zu können.
Mittlerweile ist es dunkel geworden, und wir gehen duch die schöne, chillige Stadt den Weg zurück zum Bahnhof, wo wir auch ohne Komplikationen ankommen. Am Schalter kaufen wir uns brav, wie uns der freundliche Kontrolleur geraten hat, Tickets bis nach Sittard, warten die Zeit im Bahnhof ab und steigen um 18:33 in den Zug ein.
Eigentlich haben wir vorgehabt, am Abend noch chillig nach Köln zu fahren und mit einem Freund in eine Cocktailbar zu gehen, darauf haben wir jedoch angesichts der Verspätung und des anstengenden Tages beide schon keine Lust mehr. Ich teile das Bartschi1984 per SMS mit.

Sittard und Heerlen

Die Wartezeit auf den Zug und die Fahrt selbst nutze ich zum Überlegen, wie und ob wir heute überhaupt noch nach Hause kommen würden. Ich habe immer noch im Kopf, wieder zurück nach Düren zu fahren und zu hoffen, dass dann von dort aus noch ein Bus Richtung Euskirchen kommt. Zwischendurch machen wir uns über unsere eigenen Gesichter lustig, die in der großen Fensterscheibe gegenüber von uns verzerrt dargestellt werden. Hach, was haben wir 'nen Spaß! Die Frau gegenüber von uns schaut uns seltsam an, aber ich verstehe sie.
Nachdem Stefanie dann auf die Idee kommt, eine andere Frau schräg gegenüber von uns zu fragen, ob dieser Zug bis nach Heerlen fährt, bekommen wir eine unerwartete, holländische Antwort, die sich auf Deutsch am besten mit "Nein" zusammenfassen lässt. Also: letzte Station Sittard - das hatten wir doch schon mal.
Nach Erkundigung am Fahrplan um beim Bahnpersonal erfahren wir, dass der Zug, den wir nehmen müssen, bereits am Gleis 3b steht, und wir können ihn sogar sehen! Rennend, wie von sonstwas gestochen, versuchen wir, ihn zu bekommen, aber wir sind zu langsam - kurz, bevor wir den Zug erreichen, bewegt er sich in unsere Richtung und fährt an uns vorbei. Halbe Stunde Wartezeit, wieder einmal.
Um 19:22 Uhr kommt endlich unser Zug nach Heerlen, wo wir einige Zeit später auch ankommen. Wir schauen wieder einmal auf den Fahrplan und ich entziffere, dass es nur wenige Minuten dauert, bis ein Zug nach Aachen kommt. Alles, was mir in den Sinn kommt, ist: Aachen = Deutschland! Mh, moment, da steht ein komisches Zeichen daneben... ein H mit einem Kreis... was das wohl bedeutet?
Stefanie schaut auf die Legende, die links unten am Plan angebracht ist - dort stehen Hieroglyphen und Schriftzeichen, wie wir sie schon gewohnt sind. Diese besagen, dass jener Zug nur von April bis Oktober verkehrt. Keine Worte.
Nik beschliesst, zum Bushof zu gehen und dort zu schauen, ob vielleicht ein Bus nach Aachen fährt. Es hat mittlerweile angefangen zu regnen und das Dach des Bushofs entpuppt sich als schlechter Witz. Stefanie fragt einen Busfahrer nach einem Bus Richtung "Aken", wie es in den Niederlanden heisst und wir bekommen gesagt, dass in ca. einer halben Stunde einer kommt. Wir vertreiben uns die Zeit, indem Stefanie mich nach der Bedeutung von Begriffen wie "Hyperbel", "Anapher", "Metamorphose" und "Desoxyribonukleinsäure" abfragt. Oder so ähnlich zumindest. Die Zeit, bis der Bus ankommt, geht so relativ schnell rum.

Busfahrt und Marsch durch Aken

Wir steigen um 20:25 Uhr in den Bus ein, der zu unserer Freude recht leer ist und setzen uns entspannt auf die Rückbank. Wir verbringen die Fahrt damit, uns gegnseitig etwas vorzusingen bzw. zusammen zu singen. Laut genug, dass man es hören kann, aber leise genug, um niemanden zu verschrecken oder zu belästigen.
Nach geraumer Zeit, ca. einer halben Stunde oder etwas mehr, sind wir in Aachen- haben aber nicht die leiseste Ahnung, wo wir aussteigen müssen, um zum Hauptbahnhof zu gelangen. Wir fahren also einfach weiter - mir fällt auf, dass es eine Haltestelle mit dem Namen "Bushof" gibt, was ich spontan mit "Bahnhof" assoziiere, aber wir fahren weiter. Irgendwann muss ja mal eine Station mit dem Namen "Aachen Hauptbahnhof" oder so etwas kommen...
Nichts da. Stattdessen kommen wir an einer Haltestelle an, in der verdächtig viele Jugendliche zusteigen und mit einem Schlag wird es extrem laut im Bus. Wir hätten vielleicht schon vorher aussteigen sollen, schießt es uns durch die Köpfe. Ein bis zwei Stationen später entscheiden wir uns dazu, uns durch die Jugendlichen einen Weg aus dem Bus zu bahnen, Hauptsache raus. Draußen anbgekommen frage ich den erstbesten Menschen nach dem Weg zum Hauptbahnhof. Dieser versucht uns zu erklären, dass es eine Buslinie gibt, mit der Nummer 44. Da saßen wir gerade drin, denke ich, aber in die falsche Richtung. Oder hätten wir früher aussteigen müssen? Ich weiss es nicht und lasse stattdessen einen lauten Schrei los, in dem sich zumindest ein Teil des Stresses entlädt.
Auf dem folgenden Weg beschliessen wir, einfach so lange fremde Leute anzusprechen, bis wir am Bahnhof angekommen sind, und wechseln uns dabei so ziemlich ab. Mal spricht sie jemanden  an, mal ich - das ist gekonnte Teamarbeit! Die zweite Person, die wir ansprechen, erzählt uns dann, dass wir uns praktisch genau am anderen Ende von Aachen befinden und noch ca. 2einhalb Kilometer laufen müssten. Mir ist das egal, so viel ist das auch nicht.
Wir machen uns unterwegs Gedanken darüber, was wir machen, wenn kein Zug mehr irgendwohinfährt und ich spiele mit dem Gedanken, einfach für die Nacht ein Zimmer irgendwo zu nehmen.
Nach einiger Zeit kommen wir am Bahnhof an und schauen auf den Fahrplan - es fährt ein Zug nach Hamm, der auch in Düren und Köln hält. Den nehmen wir!

Kontrolleurglück, die 2.

Wir erfahren, dass wir den Zug um vier Minuten verpasst haben, aber davon lasse ich mich heute nicht mehr ärgern. Die Stunde Wartezeit überbrücken wir im McDonalds und fahren um kurz vor 11 mit dem Zug los. Wir würden so ankommen, dass wir in Köln den letzten Zug nach Euskirchen nehmen können. Yeah!
Das Dumme an der Sache ist, ich weiss nicht, wie das mit dem Euregio-Ticket zwischen Köln und Düren ist. Ein Kontrolleur steigt hinzu und wir hoffen dass er uns nicht bekommt - kurz vor Köln sehen wir ihn direkt vor uns, aber es ist zu spät zum kontrollieren. Wir steigen aus und fahren um 0:11 nach Euskirchen


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17.01.2010 - 2 Abonnenten - 61 mal gelesen

Kommentare:

sylencer schrieb:

17.01.2010

Wichtige Anmerkung

Besonders das Ende dieser Geschichte hätte ich gerne ausführlicher geschrieben, aber ich bin an das Limit von 20000 Zeichen gekommen und so musste ich mich gegen Ende relativ kurz fassen. Schade! Trotzdem hat es gut getan, mir diesen Tag von der seele zu schreiben.

Mein Tagesfazit: Sowas muss man mal erlebt haben. Trotzde ganzen Stresses, der Wartezeiten und der Müdigkeit habe ich nur Positives aus dem Tag gezogen, habe neuen Klamotten, Stefanie hat ihr Parfum und ich war noch nie so froh, wieder zu Hause zu sein.
Das meiste dieser Geschcihte habe ich ca. eine Stunde nach Ankunft zu Hause verfasst, war jedoch später einfach zu müde, um noch mehr zu scheriben. Nun ist es 20 nach 5 am Sonntag und ich bin fertig geworden. Dir Rückfahrt nach Eu haben wir aber eh nur zur Augenpflege genutzt.

Vielen Dank für euer Interesse :D

Greetz, Nik
Stefanie schrieb:

17.01.2010

oh man :rofl 

der tag war echt vieeel zu krass X) 
und immer wieder die wartezeiten oO naja .. was solls wir haben gefunden was wir wollten und sind noch 'zu hause' angekommen :] 

wenn wir das nächste mal fahren wird es aber definitiv warm sein ! !

ach ja .. die bude hieß fritjes de bushalte :P
xninnchen schrieb:

17.01.2010

Ohje^^
Viel zu viel zu lesen..^^
sylencer schrieb:

18.01.2010

@Stefanie

Stimmt, Fritjes de Bushalte. Naja, ich hab' mir schon relativ viel gemerkt, finde ich, da kann man so einen kleinen Patzer doch verzeihen... :D
Habe auch "Keulen" gar nicht erwähnt :lach (Keulen = Köln auf niederländisch, für alle anderen :D)

@xninnchen

Kannst dir das Lesen ja einteilen, ich hab' mir ja extra viel Mühe gegeben, das alles noch in kleine Kapitelchen zu unterteilen... :D
xninnchen schrieb:

18.01.2010

ICh habs mir ja durchgelesen^^
Und jaa xD
DIe Linie 298 fährt echt scheiße xD
Mit der muss ich täglich fahren xD
sylencer schrieb:

18.01.2010

Die 298 war aber die Einzige, mit der wir eigentlich keine Probleme hatten :rofl
xninnchen schrieb:

18.01.2010

Tjaa^^
Ist halt ne tolle Linie:smart
Kein Wunder dass ich mit der fahre xD
Switchback schrieb:

12.03.2010

Erst sagt sie "is ne scheiß linie"

und dann "is ne tolle linie"

Die is schizophren WOHN !